15.12.2017

Auf den Hund gekommen


Diese Tage feiere ich jedes Jahr still und leise ein kleines Ereignis. Denn vor etwa sechs Jahren hat ein ganz besonderes Wesen mein Leben verändert. Vielleicht hast du ihn schon mal auf dem einen oder anderem Foto hier gesehen. Mal rückt er mehr in den Vordergrund, meist aber weniger. Oft dreht sich aber mein Leben immer und immer wieder um ihn, denn etwa im jungen Alter von zwei Jahren nahm ich ihn bei mir auf. Die Rede ist von meinem kleinen Herzensbrecher, meinem Hund Hunter. 

Die Umstände wie Hunter zu mir kam, kann ich bis heute nicht begreifen. Aber das muss ich auch nicht, denn es spielt ja keine Rolle mehr. Er ist ein Teil von meinem Leben und wird es hoffentlich auch noch einige Jahren bleiben.

Heute möchte ich dir seine Geschichte erzählen.

Geboren wurde Hunter im März 2009. Länger als gewöhnlich konnte er bei seiner Mutter und somit bei seinem ursprünglichen Frauchen - seiner Züchterin - bleiben, da ihn tatsächlich niemand haben wollte. Hunter gehört zur Rasse Bolonka Zwetna und entspricht nicht so ganz den äußerlichen Rassemerkmalen. So ist er beispielsweise viel zu groß geraten (ich sag immer gerne, dass er der Goliat unter den Bolonkas ist) und sein Fell nicht bunt genug und dazu noch sehr hell. Ob man den Größenunterschied bereits sehen konnte als er ein Welpe war, weiß ich allerdings nicht.



Mit etwa 4-5 Monaten zog er dann bei seinem ersten richtigen Frauchen ein, einer ehemaligen guten Bekannte von mir. So lernte auch ich ihn kennen. Der Hundewunsch meiner Bekannte beruhte meiner Ansicht nach allerdings auf Einsamkeit. Zudem hatte sie schon mal einen Hundewelpen bei sich aufgenommen und ihn nach gut zwei Jahren wieder abgegeben, weil sie mit dem Tier nicht zu Recht kam. Nicht gerade die besten Voraussetzungen um erneut eine Hundemama zu werden.

Hunter mit etwa 1,5 Jahren; noch im Besitz seines alten Frauchens
Sie war Schichtarbeiterin und trainierte viel mit dem jungen Hunter, dass er auch lange Tagsüber allein bleiben konnte. Da ich bereits den Umgang mit Hunden aus meinem Elternhaus kannte, konnte ich ihr ein paar Tipps geben und da ich es zugegebenermaßen vermisste einen Hund an meiner Seite zu haben, bot ich mich an den kleinen Vierbeiner auch ab und an mal zu Sitten. Immer mal wieder gab es dann die Gelegenheit, das ich ihn so für ein paar Tage oder mal für eine Woche bei mir aufnehmen konnte. Ich brachte ihm während so einer Urlaubswoche die Grundkommandos bei und genoss meine Zeit mit ihm. Hunter hatte sich tatsächlich nach und nach in mein Herz gestohlen.


Irgendwann lernte meine Bekannte, die übrigens an der Nordsee wohnte, jemanden kennen in dem sie sich verliebte. Immer öfter brauchte sie daher einen Hundesitter. Da zwischen der Nordsee und Hamburg doch ein paar Kilometer liegen, sprangen oft andere Bekannte oder Kollegen von ihr als Hundesitter ein. Jener Mann in den sie sich verliebte, lebte in der Schweiz und schon bald kam der Wunsch auf, dass auch sie in die Schweiz gehen wollte.


Der Mann bewohnte ein Haus mit zwei Katzen. Vor dem großen Plan des Zusammenziehens sollte eine Testwoche mit Hund und Katzen stattfinden. Diese Woche ging allerdings gehörig in die Grütze. Kein Wunder, immerhin musste Hunter von der Nordsee bis in die Schweiz reisen und dann in einer vollkommen fremden Gegend, in einem fremden Haus mit fremden Geschöpfen leben. Beide unternahmen viel und ließen den Hund in der Fremde zurück. Er machte Radau, protestierte bellend, jammernd und pinkelte vor Angst ins Wohnzimmer. 
Irgendwie klar, dass dieses Test-Unterfangen nicht glückte oder? Denn allein die Anreise war viel zu stressig für den Hund und dann hat sie ihn auch noch ständig allein gelassen.

So kam es, dass meine einstige Bekannte den Entschluss fasste, neue Besitzer für Hunter zu finden. Mein Herz bekam einen Riss, denn ich hatte den knuddeligen Vierbeiner verdammt lieb gewonnen. Die Vorstellung, dass ich ihn nie wieder sehen würde, stimmte mich traurig.


Für mich stand allerdings fest, dass ich mich nicht dauerhaft um einen Hund kümmern könnte. Der Hund wäre bei mir tagsüber viel zu lange allein, ich könnte nicht mehr nach der Arbeit irgendwohin oder mich direkt mit Freunden treffen und etwas unternehmen. Mein Leben wäre durch ihn verdammt eingeschränkt. Und auf der anderen Seite war da dieser Schmerz im Herzen, da ich ihn dann womöglich nie wieder sehen würde. Ich fand mich mit dem Gedanken ab. Es schmerzte, aber es musste sein.

Die Monate vergingen und meine Bekannte fand während ihre privaten Suche keine potentiellen neuen Besitzer für Hunter. Ob sie wirklich intensiv suchte, zweifle ich heute allerdings sehr stark an. Wie auch immer, ihr Plan in die Schweiz zu ihrer großen Liebe zu ziehen stand weiterhin unwiderruflich fest. Mittlerweile hatte sie sogar einen Job in der Schweiz angenommen und so eröffnete sie mir im Spätsommer 2011, wenn sie nicht bald jemanden finden würde, müsste sie Hunter in ein Tierheim abgeben. Der große Umzug sei im Dezember, ab Januar sei sie in der Schweiz angestellt.


In mir entwickelte sich Panik und Wut. Hunter war für mich der liebste und knuffigste Hund der Welt. Er würde niemals eine Unterbringung in einem Tierheim psychisch überstehen können. Ich machte es ihr klar, aber es änderte nichts an der Situation. 

Mittlerweile hatte sich allerdings auch bei mir etwas getan. Auf Arbeit bekam ich Sonderaufgaben, die mir ein wenig Gleitzeit und somit Flexibilität ermöglichten. Ein neuer Hundebesitzer war noch immer nicht gefunden. Dennoch musste meine Bekannte nun langsam alles für den großen Umzug vorbereiten. So nahm ich Hunter das erste Mal im November für gesamte vier Wochen bei mir auf. Erstaunlicherweise konnte ich alles gut händeln - ohne das der Hund zu wenig Aufmerksamkeit bekam oder andere Dinge darunter litten. Meine damalige Partnerschaft war schon lange nicht mehr für mich das Wahre, ich beendete die Beziehung und suchte eine neue Wohnung. 


Mittlerweile war Hunter noch mal für ein bis zwei Wochen bei seinem Frauchen. So genau kann ich mich an die Dauer nicht mehr erinnern und dann erklärte ich mich einverstanden den Hund dauerhaft bei mir aufzunehmen. Ich fand eine neue Wohnung in der Nähe meiner Arbeit, damit der Fahrweg so kurz wie möglich ist und ich im allergrößten Notfall während einer großen Mittagspause nach Hause zu Hunter könnte. 

Tja und seit dem hat er bei mir ein neues zu Hause gefunden. Wir haben große und kleine Abenteuer erlebt, spannende und ängstliche Momente. Traurige Situationen überstanden und jede Menge Spaß und Freude gehabt.


Eines steht fest: missen möchte ich meinen Vierbeiner nicht mehr und ich hoffe das er noch viele Jahre an meiner Seite sein wird. 💗

Hast du eigentlich auch ein Haustier und wie hat es den Weg zu dir gefunden?

Kommentare:

  1. Guten Morgen :)
    Ich hab drei Katzen und sie sind alle aus dem Tierschutz/heim/pflegestelle. Ebenso meine zwei Katzen und Hund die nicht mehr leben.

    Momo,der jetzt älteste ist 10 und war "Restbestand" auf der Pflegestelle. Den kleinen Kerl wollte ernsthaft niemand. Nur weil er gelbe Augen hatte und nicht wie seine Geschwister,die blauen behielt. Unser Glück,so haben wir den "kleinen" ergattert und kein anderer ^^
    Ian (jetzt 5 Jahre) hockte bereits fast sein ganzes Leben im Tierheim und kam mit 1 Jahr zu uns. Er war aus einem Mülltonnenwurf wo nur 2 Kitten überlebt haben -.- Eigentlich wollten wir einen etwas älteren Kater,nur stürzte er sich gleich auf meinen Mann,wollte sooo dringend mit,da kann man halt nicht anders :)
    Merle (jetzt 3) kam ganz ganz winzig aus einer Pflegestelle,nachdem unsere Kätzin den Kampf mit dem Krebs verloren hat. Zugegeben,sie war ein "Trostpflaster" für mich,weil ich seeehr an meiner kleinen Katz gehangen hab und das auch heute noch tue. Aber Merle hat´s mir leichter gemacht.
    Bei 3 Würfen Kitten hatte man so ein wenig die Wahl der Qual und das obwohl ich eigentlich kein Kitten mehr nehmen wollte. Am liebsten hätte ich alle genommen :D 2 "erwachsene" Kater und dann ein Kitten bei .... Aber hat zum Glück super geklappt und Ian hat sich der kleinen Maus sofort angenommen.

    Find es super das du Hunter genommen hast. Hätte ich wohl auch genauso getan. Bevor das Kerlchen im Tierheim landet. Es sitzen genug Tiere im Tierschutz und warten. Daher ist das für mich persönlich immer die erste Anlaufstelle. Sitzen heute ja selbst genug Rassetiere dort fest.

    Ein Umzug wo ich meine Tiere abgeben müsste,käme für mich absolut nicht in Frage. Egal was kommt.
    Wir sind in den letzten 10 Jahren 4 Mal umgezogen (zum Glück letztes Jahr das allerletzte Mal ^^) Da kommt man schon ein paar Mal an seine Grenzen wenn man Tiere hat. Egal ob Hund oder Katz. Und auch gerade wenn´s schnell gehen muss,macht´s die Wohnungssuche nicht gerad einfacher. Zumindest hier in der Umgebung wo wir wohnen. Sonst war es immer mal noch so das auf dem Land eher tierfreundliche Wohnungen zu finden waren,das hat sich aber inzwischen auch geändert.
    Zum Glück hat sich das Problem jetzt erledigt und wir wohnen im Eigentum quasie. Das ist doch um einiges enstpannter für alle :)

    Wünsch dir eine schöne Woche,
    liebe Grüße

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    1. Moin Moin ;)

      bei drei Katzen ist bestimmt immer was los! Katzen mag ich auch sehr, blöderweise bin ich nur hochgradig allergisch gegen Katzen. Manchmal reicht es schon, wenn mich ein Katzenbesitzer zu Hause besucht und noch ein paar Häärchen an den Klamotten hängen... ätzend, sag ich dir.

      Goldene Augen bei einem Tier sind doch echt cool. Das verleiht einer Katze gleich was ganz mystisches, finde ich.

      Toll das du so vielen heimatlosen Tieren schon ein zu Hause geben konntest!

      Lieben Gruß, nossy


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  2. Was für eine schöne Geschichte mit Happy End!
    Hunter ist ja wirklich ein knuffiger kleiner Fratz - mit einem so klugen und aufgeweckten Blick. <3
    Ihn aufzunehmen, klingt nach einer verdammt guten Entscheidung... damit hast du dem Vierbeiner sicherlich das Leben gerettet. Nirgendwo wäre er so glücklich geworden wie bei dir!

    Witzigerweise ebenfalls dieser Tage feiert meine Nala ihren "zweiten fünften Geburtstag" - als Tierheimhund mit einer langen Vorgeschichte als Kettenhund kennen wir ihr richtiges Alter und ihren Geburtstag nicht und haben deswegen beschlossen, ihren Geburtstag immer am 22.12. zu feiern - an dem Tag habe ich sie vor fünf Jahren aus dem Tierheim geholt.
    Das war auch eine lange Geschichte... irgendwo im Blog hatte ich die vor Jahren schon mal erzählt - du bringst mich da gerade auf die Idee, den Beitrag mal zu suchen und vielleicht am 22. ein paar Worte dazu zu schreiben.

    Auf die Vierbeiner! <3


    Liebe Grüße
    Anne

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    1. Hoch die Pfoten! :D

      Ich kann mich dunkel an die Geschichte von Nalas Vergangenheit erinnern. Es wäre wirklich toll, wenn du nochmal ein paar Zeilen schreiben würdest. Bei Hunter hatte ich es letztes Jahr irgendwie verpasst, aber egal. Das wichtigste ist ja, das die kleinen Fellnasen da und glücklich sind.

      Lieben Gruß, nossy

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  3. Da haben sich aber 2 gefunden - was zunächst unmöglich schien, ging plötzlich - das ist Schicksal ... alles passt - genau so ist Leben! Der kleine Strolch sieht so drollig aus - ich wünsche euch noch viele tolle Jahre miteinander.

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    1. Liebe Birgit, treffendere Worte hättest du nicht finden können. Vielen lieben Dank!

      Fühl' dich gedrückt.
      nossy

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  4. Ich habe mich also endlich wieder aufgerafft, ein Kommentar zu schreiben. Und musste feststellen wie lange ich das nicht mehr getan habe! HUCH!
    Nicht das du denkst, ich lese dein Blog nicht, ich kommentierte nur nicht :P

    Ich bin ein Katzenmensch, dass sieht jeder sofort wenn er mich sieht oder meine Wohnung *lach* Aber Hunter ist toll *__* Der erste und einzige Hund den ich sofort in mein Herz geschlossen habe!

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    1. :-*

      Ein Katzenmensch? Iwo! Du doch nicht xD
      Du bist DIE Katzenlady! *hihi*

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