18.11.2017

Gastartikel anstatt Koorperation - Eine wahre Geschichte.


Es ist geschehen. Mein kleiner Blog hat eine "Koorperationsanfrage" von einer nahmenhaften Firma erhalten. Hey, Premiere! Lass die Korken knallen! Als Bloggerin müsste ich ja danach streben, einen Jubeltanz aufführen und sofort zusagen. Vielleicht noch Bedingungen aushandeln, Dollarzeichen in den Augen bekommen und mir schon mal den ersten Dagobert-Duck-Speicher zulegen, damit das viele Geld was ich verdienen könnte, darin auch sicher aufbewahrt wäre und ich natürlich meine Schwimmübungen darin veranstalten könnte. 😏 Ach ja ... du schöne Internetseifenblase. Warum der Jubelausbruch bei mir nicht zutrifft und was für mich Kooperation bedeutet, möchte ich dir heute verraten.


Der Beginn: Die "Kooperationsanfrage"

Vielleicht ist es dir oben bereits aufgefallen? "Koorperationsanfrage" habe ich in Anführungszeichen gesetzt. Warum die Anführungszeichen? Nun ja, meiner Meinung nach ist eine Kooperation eine Zusammenarbeit von mindestens zwei Parteien. Im besten Fall entsteht bei dieser Zusammenarbeit eine Win-Win-Situation für beide. Das Win-Gefühl muss sich meiner Meinung nach dabei nicht durch finanziellen oder materiellen Gewinn äußern. Für mich wäre es beispielsweise schon eine Win-Situation, wenn ich an einem Herzensprojekt mitarbeiten könnte was mir einfach Spaß und Freude macht und ich dafür die mir zustehende Anerkennung erhalten würde.

Kooperation führt häufig zum Nutzen für alle Beteiligten.
Quelle: www.wikipedia.de

So gesehen, steht die Koorperationsanfrage in Anführungszeichen, da ich das Angebot erhielt einen Gastartikel auf meinem Blog zu veröffentlichen, bei dem es sich um ein Produkttest handeln sollte. Natürlich für das von jener Firma vertriebene Produkt. Wie der Gastartikel aussehen könnte, wurde nicht vorgeschlagen, viel eher sollte ich selbst Vorschläge unterbreiten. Ähhh... ja. Als Gegenleistung (für diese Werbung), hätte ich auf Wunsch jenes Produkt auch selbst kostenlos erhalten können um mich von der Qualität selbst zu überzeugen. Das Produkt kostet je nach Ausführung ungefähr 8 - 10 Euro. Das wäre also der Preis gewesen, die jene Firma gezahlt hätte um auf Welt & Farben kostengünstig Werbung zu schalten; hübsch verpackt als Gastartikel natürlich.


Soll ich oder soll ich nicht?

Mein Instinkt sagte nein, mein Verstand meldete dennoch Zweifel an. Sollte ich das Angebot annehmen oder nicht? Hätte ich mit ein bisschen Verhandlungsgeschick nicht eine vernünftige Koorperation daraus machen können? Wäre am Ende vielleicht sogar eine richtige Bezahlung für mich herausgesprungen? Ich hätte sogar das Produkt kostenlos erhalten können. Wie der Zufall es will, könnte ich es sogar gebrauchen, da mein eigenes bereits abgenutzt und schäbig aussieht. Aber dafür meinen Blog hergeben? Für etwas das nach möglichst kostengünstiger Werbung für eine Firma stinkt? Für einen Produkttest, der zudem nicht in meinen Blog hinein passt..?

Es gibt aber auch [...] zustande gekommene Kooperation, bei der eine Seite mehr oder alle Vorteile aus dieser Kooperation zieht und die andere nur Kosten hat.
Quelle: www.wikipedia.de 

Ich konnte die Anfrage annehmen oder ablehnen, ganz wie es mir beliebte. Allerdings sah ich weder für mich, noch für meinen Blog einen Vorteil, wenn ich das Angebot angenommen hätte. Ganz im Gegenteil. Ich hätte mich und meinen Blog verraten. Meine Ehrlichkeit für ein Gespinst aus verschleierten Lügen hergegeben. Nein, nicht mit mir. Meine Entscheidung viel somit eindeutig auf das Nein. Mein Verstand folgte meinem Instinkt, wie so oft in meinem Leben.


Das Ende der Geschichte.

Eine Koorperation unterliegt zwar keine einheitlichen Regelungen, dennoch orientieren sich viele an dem Blogger Relations Kodex. So wirklich weiß ich nicht, was ich von dem netten Badge halten soll. Die Rahmenbedingungen sind so schwammig formuliert, dass sie meines Erachtens nicht mehr als Anhaltspunkte für das Verhalten des Bloggers darstellen, aber keine genauen Richtlinien. Vielleicht habe ich aber auch den Badge falsch verstanden. Ich jedenfalls nutze diesen Badge nicht, da ich keine bezahlten oder erkauften Koorperationen mit Firmen und Marken eingehen möchte. Bloggen ist mein Hobby. Ich möchte daraus keinen Nebenerwerb und somit "Arbeit" machen.

Koorperationen in Form von Produkttests wird es hier somit nicht geben.

Oder tue ich dir und all meinen anderen Lesern damit Unrecht und du würdest sowas gerne lesen?


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Um was es sich für ein Produkt handelte (bzw. welches Unternehmen sich bei mir gemeldet hatte), werde ich an dieser Stelle nicht verraten. So viel Professionalität möchte ich mir wahren.

Kommentare:

  1. Das ist ja echt ein furchtbares Angebot, dass man dir da wünscht hat. Mich freut es, dass du deine Seele bei sowas nicht verkaufst. Solltest du aber mal Produkte angemessen testen können, wäre das nichts, was mich da in abhielte, den Post zu lesen ;)

    Liebe Grüße

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    1. Ich glaube, dass ist es auch was mich am meisten schockiert hatte. Das blinde anschreiben.. das fehlende auseinandersetzen mit meinem Blog oder mit mir als Bloggerin und dann diese dreiste Erwartungshaltung..

      Naja, da ich glücklicherweise nicht vom bloggen leben muss, sollte ich da eigentlich drüber stehen können. :)

      Viele Grüße,
      nossy

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  2. Total spannend, wenn man die ersten Kooperationsanfragen erhält und sich dann mit solchen Fragestellungen auseinandersetzen muss. War bei mir vor Kurzem auch der Fall. Ich habe absolut nichts dagegen, wenn aus Blogs Nebenjobs werden und Blogger Kooperationen eingehen. Ich finde, das vorgestellte Produkt/ die DIenstleistung whatever sollte einfach zum eigenen Blogkonzept passen und wie du schon meintest: BEIDE Seiten sollten etwas davon haben. Wenn jeder Post jedoch lieblos hingeklatschte Placements beinhaltet, finde ich das selber auch nicht mehr gut.

    Liebste Grüße,
    Alina von Selfboost

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    1. Es ist auf jeden Fall interessant, wenn aus einem Hobby ein Nebenjob, oder sogar der Vollzeitberuf wird. Für mich wird bloggen aber wahrscheinlich immer ein Hobby bleiben. So recht kann ich mich irgendwie nicht mit dem Gedanken anfreunden, beruflich - professionell zu bloggen..

      Lieben Gruß, nossy

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  3. Wenn es zu deinem Blog passen würde, würde mich sowas rein gar nicht stören und würde es lesen.. Wobei ich es eher lesen würde wenn es ein Produkttest wäre, was man dir zu Verfügung stellt und keine reine Werbung.

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    1. Also im Prinzip: meine echte, ehrliche Meinung ;)

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  4. also ich gebe zu, dass ich schon das eine oder andere mal eine (sehr sehr kleine) kooperation angenommen habe, allerdings immer nur dann, wenn ich der meinung war, dass es tatsächlich mit meinem blog zusammenpasst, sich gut in einen artikel integrieren lässt, der auch ohne werbung funktionieren würde und der meine leser nicht hinters licht führt. für mich ist das auf jeden fall gut und wichtig, da ich von dem blog nicht leben kann, will oder muss und es ein hobby ist und auch bleiben soll. die meisten blogger, die mit der zeit begonnen haben, mehr und mehr kooperationen einzugehen, sind für mich uninteressant geworden und der kontakt hat sich verlaufen. ich möchte natürlich nicht, dass das "meiner" community mit mir auch passiert. daher, aus meiner sicht, kann ich nur sagen: deine entscheidung war bestimmt richtig!

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    1. Den Eindruck habe ich tatsächlich auch. Blogs die nach und nach immer mehr Werbung verbloggen, werden immer weniger von mir angeklickt.. manche rufe ich mir schon gar nicht mehr auf. So eine Veränderung finde ich sehr schade.

      Lieben Gruß, nossy

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  5. Ich finde es gut, dass du dir treu geblieben bist und am Ende eine Entscheidung gefällt hast, mit der du dich wohlfühlst. Kooperationen müssen passen, man muss da hinter dem Produkt stehen und wie du schon geschrieben hast: Es muss einen Nutzen für beide Seiten geben. Den sehe ich hier auch nicht unbedingt, wenn ich jetzt den Wert des Produktes gegen die Zeit aufwiege. Da hätte ich auch abgelehnt, denn man sollte die eigene Arbeit nicht unter Wert verkaufen, auch wenn man jetzt nicht zu den großen und überall bekannten Bloggern zählt.

    Also ich habe den Badge ja auf meiner Seite, weil ich ihn so verstanden habe, dass er dafür steht, dass man sich an die gesetzlichen Vorgaben (Sprich: Kennzeichnungspflicht), aber auch die Google-Webmaster-Richtlinien hält. Ich hoffe, dass ich ihn jetzt nicht falsch interpretiert habe, weil deshalb hatte ich ihn eingebunden, damit man dies auf dem ersten Blick sieht. Ich betone dies zwar auch auf meiner Seite für Kooperationen, aber ich bekomme trotzdem ständig Anfragen mit Do-Follow-Link oder keine Kennzeichnung was ich immer ablehne. Da gibt es für mich auch keine Diskussion. Ansonsten muss ich hinter dem Produkt stehen und die Kooperationen muss sich auch lohnen bzw. ich muss mich damit wohlfühlen, somit schlage ich auch vieles aus. Das kann ich auch mit gutem Gewissen, da ich zum Hobby blogge.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Das kenne ich, denn wie du siehst ist mein SuB auch verdammt groß, sodass manche Bücher die ich nicht schlecht, aber auch nicht umwerfend fand, hinten anstehen müssen. Ich bin ja an Percy mit sehr geringen Erwartungen rangegangen, sodass ich dann überrascht war, dass mich das Buch so gut unterhalten hat.

    Freut mich aber, dass ich dich da auf die Buchvorlage aufmerksam machen konnte. Die Filme liebe ich auch, aber mir haben schon einige Buchleser geschrieben, dass die von der Vorlage abweichen.

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    1. Ja, gerade der Punkt mit dem "unter Wert verkaufen" ist zwar irgendwie schwer festzumachen, aber in meinem realen Leben würde ich auch keine x Stunden Arbeit für 'nen Appel und 'n Ei machen wollen. Warum sollte ich das dann für Fremde im Internet machen wollen?

      So im Prinzip habe ich den Kodex-Badget auch verstanden. Aber mir sind das zu unkonkrete Punkte an die man sich tatsächlich halten kann. Gerade das Beispiel "Kennzeichnungspflicht" ist so schwammig, denn es reicht nicht aus die Werbung nur "irgendwie" zu kennzeichnen. Es gibt hierfür schließlich genaue Vorgaben die einzuhalten sind. Nutzer die sich nicht intensiver damit beschäftigen, denken dann das es ausreicht die Werbung eben "irgendwie" zu kennzeichnen... verstehst du was ich meine? Dieser Badget bietet mir einfach zu wenig Aufklärung, gerade für Leute die sich mit diesem ganzen Thema zum ersten Mal beschäftigen.

      Ich hoffe ich habe das jetzt verständlich vermitteln können, was ich meine.

      Lieben Gruß, nossy

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  6. Gute Entscheidung!
    Ich finde Kooperationen an sich nichts Schlechtes, aber das Bauchgefühl dabei muss auch einfach passen. Und natürlich die Art und Weise, wie die Beiträge dann aussehen... wenn es ein nettes Storytelling außenherum gibt und die Werbung transparent gekennzeichnet ist, lese ich solche Posts ganz gerne. Was allerdings für mich gar nicht geht, sind diese oft ja doch recht lieblos hingeklatschten Reviews reiner Testblogs... oder wenn die Werbung nicht gekennzeichnet ist und ich als Leser mich frage, ob man mich verarschen will, wenn ich das nicht merke.

    Die Sache mit der mangelnden Kennzeichnung stelle ich leider meistens bei kleinen Blogs fest... ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass sie sich eher auf zwielichtige Bedingungen einlassen aus lauter Freude, überhaupt eine Kooperation angeboten bekommen zu haben?

    Bei Kooperationsanfragen gibt es halt immer "sone und solche" - und 80% dessen, was in meinem Posteingang landet, ist leider Schrott. Will heißen: man hat sich nicht mit dem jeweiligen Blog auseinandergesetzt und schlägt mir die Veröffentlichung eines zur Verfügung gestellten Artikels vor - obwohl in meinem MediaKit ausdrücklich steht, dass ich ausschließlich selbst geschriebene Texte veröffentliche. Oder die "Bezahlung" ist lächerlich - etwa ein Produkt, was in deren Shop rund 15 Euro kostet, für ein komplettes Review inklusive Fotos, an dem ich locker vier Stunden sitze. Oder, noch besser: man appelliert daran, wie wichtig es doch für mich als Blogger sei, bekannt zu werden - und stellt mir einen Backlink von irgendeinem winzigen Shop in Aussicht, durch den die sprichwörtlichen Heupuschel rollen... is' klar.

    Von daher finde ich deine Entscheidung goldrichtig! Lass dich nicht ausbeuten... eine Zusammenarbeit muss auf Augenhöhe stattfinden und zu vernünftigen Konditionen.
    Generell fänd ich's aber vollkommen in Ordnung, wenn du hier auch das ein oder andere Produkt vorstellst.


    Liebe Grüße
    Anne

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    1. Danke dir! :)

      Und ich kann mir gut vorstellen, das Blogs die gerne den Werbesektor für sich entdecken oder gewinnen wollen, auch mal unausgeglichenere Koorperationen eingehen...

      Der Appell an den Bekanntheitsgrad ist auch sehr schön - gleich mal jene unter Druck setzen die es wollen, aber bisher nicht geschafft haben. Ich finde das sind keine guten Bedingungen für eine Zusammenarbeit und dazu ist es noch schlechter Vertrieb von jene Firmen die so agieren.

      Hab ein schönes Wochenende,
      nossy

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